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Werfenweng, 23.-24. Juni 2016

MOBILITÄT UND DER MOBILE MENSCH

Da&dort denkt im sanft-mobilen Werfenweng das Thema Verkehr neu.

Was haben Drohnentaxis in Dubai und selbstfahrende Busse in Amsterdam mit der kleinen Salzburger Berggemeinde Werfenweng  zu tun? Wie diese Projekte stellt auch der Tourismusort das Thema sanfte Mobilität – also die Unabhängigkeit vom PKW – ganz oben an. Seit nun mehr als zehn Jahren setzen sich Werfenwenger Einheimische und Gäste mit neuen Verkehrslösungen auseinander. Denn genauso schnell, wie heute Menschen von A nach B kommen, ändern sich die Bedürfnisse und Möglichkeiten, wie sie diesen Weg zurücklegen möchten.

An zwei Tagen schritten Vertreter der Zukunftsorte, Kooperationspartner aus Deutschland, geladene ExpertInnen und interessierte Bürgerinnen und Bürger das Terrain moderner Mobilität ab. Zukunftsbilder, gelebte Erfahrung und Lösungen zum Angreifen bespielten das Programm.  Neben der Gemeinde Werfenweng und dem örtlichen Tourismusverband engagierten sich auch der Regionalverband Pongau, mobilito, die LEADER-Region Lebens.Wert.Pongau und das internationale Netzwerk „Alpine Pearls“ im Rahmen dieser Veranstaltung.

Zukunftsmodelle heute

Eine Wende kommt auf uns zu – das beschreibt Zukunftsforscher Stefan Rammler in seinem Buch „Schubumkehr – die Zukunft der Mobilität“ und im Alpengasthof Auszeit bei seinem Vortrag. Seinen Voraussagen nach werden wir künftig weniger Verkehrsmittel besitzen, aber die vorhandenen besser nutzen. Mit anderen Worten hat der 23 Stunden am Tag geparkte PKW mit Blick auf begrenzte Ressourcen ausgedient. Aber stimmt das auch am Land? Darüber diskutierten die Teilnehmer rege mit dem Professor für Transportation Design & Social Sciences. Die Zukunft wird den Weg weisen.

Auch Vertreter von UBER Wien und die Keynote von Oliver Puhe zementierten die These, dass Veränderungen anstehen. Besonders die Frage nach der berühmten „letzten Meile“ stellte sich für Tourismusorte und ländliche Gemeinden. Wie legen wir die letzten Kilometer vom Zug oder Bus bis nach Hause oder ins Hotel zurück? Für Puhe ist klar: Wir werden künftig verschiedene Wegabschnitte mit der jeweils besten Wahl begehen. Was nach Anstrengung und Planungsaufwand klingt, könnte dank moderner Kommunikationstechnologien einfach und unaufgeregt werden. Neuen Apps am Smartphone könnten solche Wege genau orchestrieren und fein aufeinander abstimmen.

Menschen am Ruder

Sebastian Nieselt erinnerte daran, dass bei aller Zukunftsmusik auch die Umsetzung zählt. Im Fall der KONUS-Gästekarte in der Ferienregion Schwarzwald liegt der Erfolg nicht am Faktor Technik, sondern an den Menschen dahinter. Mit einer einzigen Karte können Touristen bequem das gesamte Verkehrsangebot der Region nutzen. Seit Jahren schärfen die Verantwortlichen das Angebot nach und schließen Lücken zwischen Zügen und Bussen. Die Hoteliers und Gästehaus-BesitzerInnen erweisen sich als zentrale Partner. Sie informieren den Gast über das Angebot und tragen das Programm mit. Denn sanfte Mobilität muss nicht nur lückenfrei funktionieren – man muss das Angebot erst kennen, um es zu nutzen.

Um den Menschen ging es auch im letzten Block der Veranstaltung. Der zählt nicht bloß als Nutzer, sondern in seiner Ganzheit. Was bewegt Menschen? Warum sind sie am Weg? Und wie erleichtert man ihnen das Ankommen? Mit ZIAG, der Plattform für positives Zusammenleben mit Flüchtlingen in der Gemeinschaft, leistete Natalie Haas ihren Beitrag zur Integration von geflüchteten Menschen am Land. Auch das Hotel Magda zeigt, wie Menschen mit Asyl in den Tourismussektor eingebunden werden können. Bei der Veranstaltung kamen Menschen zu Wort, die aus verschiedensten Gründen in ihrer Lebensplanung mobil sein mussten. Janda und Kuvan Rasoul etwa schilderten die persönliche Geschichte ihrer Flucht aus Syrien.

Weitergehen

Die Veranstaltung „Mobilität und der mobile Mensch“ war für Werfenweng nur ein erster Schritt. Durch den intensiven Austausch mit Wissenschaft und Praktikern noch im Vorfeld der Veranstaltung entstand die Idee zur „Denkwerkstatt Mobilität“. Am zweiten Tag der Veranstaltung von da&dort durfte diese Idee ihre feierliche Umsetzung feiern. Das Gründungsmanifest schreibt fort, dass in Werfenweng weiterhin Verkehrsideen für den ländlichen Raum vernetzt und umgesetzt werden. Damit beschreitet Werfenweng auch in Zukunft neue Wege der Mobilität.