demnächst:

Aktuell sind keine Termine vorhanden.

Thalgau, 17.-19. Mai 2017

 

WER TEILT, HAT MEHR

Thalgau präsentiert bei da&dort wie geteilter öffentlicher Raum den GemeindebürgerInnen zu Gute kommt.

Mit der ersten Begegnungszone Salzburgs und der multifunktionalen Schule ist die Gemeinde Thalgau Vorreiterin im ländlichen Raum, was das Teilen von Räumen betrifft. Von 17. bis 19. Mai 2017 lud Thalgau im Rahmen der transnationalen Initiative da&dort zu einer Konferenz im Zeichen des „Teilens“ ein. An drei Tagen wurden die Erfolgsprojekte Thalgaus aus praktischer Sicht  beleuchtet, weitere Impulse zu den Themen Mobilität und Kreativwirtschaft laden zum Blick über den Tellerrand ein.

Sich begegnen im „Berner Modell“

In den 1980ern bemerkten Stadtplaner in Bern, dass die Stadt sich schleichend verändert hatte. Höhere Luftverschmutzung, mehr Lärm, steigende Unfallzahlen und schwindende Gewinne von Geschäftslokalen zeigten, dass die steigende Anzahl an PWKs Nebenwirkungen entfaltete. Mit dem „Berner Modell“ entwarf eine Gruppe rund um Verkehrsplaner Fritz Kobi ein Planungskonzept, das verlorene Lebensqualität wiederherstellt und dabei auf die Wünsche verschiedener Bevölkerungsgruppen eingeht. Kobi präsentierte in seiner Keynote dieses heute noch richtungsweisende Modell.

Dieser Denkschule ist es geschuldet, dass sich in Thalgau heute Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer eine Begegnungszone in der Ortsmitte teilen. Thalgau trägt die Idee des Teilens weiter und nutzt auch die Schule als multifunktionalen Raum. Von gemeinsamer Bühne und Bibliothek, zum Vereinsraum, bis hin zum Kletterturm bietet das Gebäude vielfältige Möglichkeiten in einem kompakten Gesamtpaket. Diese Beispiele einer Kultur des Teilens erkundeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer Ortsführung.

Lokale Hand- und Kopfarbeit

Martin Greisberger, Bürgermeister von Thalgau, betont: „Die Thalgauer Begegnungszone und die multifunktionale Schule sind Beispiele dafür, dass es für kommunale Probleme – Verkehrsbelastung und Platzmangel – auch Lösungen abseits klassischer, kommunaler Denkmuster gibt. Und diese wiederum einen großen Mehrwert mit sich bringen.“

Nicht nur das Durchspazieren, auch das Verweilen im Ortskern ist angenehm gestaltet. Die Fachhochschule Salzburg und Studierende am Campus Kuchl möblierten die Begegnungszone für Thalgau und arbeiteten eng mit lokalen Betrieben zusammen. Somit kommen nicht nur das Holz und Steine der Ortsmöbel aus der Region, sondern auch das Handwerk und Design.

Fahrerloser Digibus

Als Automobil im wahrsten Sinne des Wortes präsentierte sich der Digibus in der Gemeinde Koppl. Auf einer Teststrecke konnte eine Gruppe an Teilnehmerinnen und Teilnehmer Mobilität ganz ohne Fahrer erleben. Ob diese Technologie bald ihren Radius erweitert und von Gemeinde zu Gemeinde kurvt, darüber diskutierten Forschungsleiter Karl Rehrl von Salzburg Research und Mobilitätsexperte Günther Penetzdorfer. Die Prototypen kämpfen noch mit Schwierigkeiten, erzählt Rehrl. Derzeit sind 14 GPS-Satelliten notwendig, um den Bus sicher durch die Straßen zu navigieren. Penetzdorfer hingegen hält die Technologie für einen wichtigen Baustein in der Mobilität der Zukunft.

Am Ende stand ein Rückblick auf erfolgreiche Zusammenarbeit und verwirklichte Ideen nach einem Jahr da&dort. Bürgermeister Peter Brandauer aus Werfenweng stellte die eigene Begegnungszone in Werfenweng vor – ein großer Schritt, seit das da&dort-Netzwerk ein Jahr zuvor die sanft-mobile Gemeinde besuchte. Die Gemeinde Raiding im Burgenland berichtete von ihrem Ideenaustausch mit „Quer.Land“. Der Verein junger Kreativer aus der LEADER-Region Fuschlsee-Mondseeland bot ihr Know-How und ihren Blick von Außen, um über wichtige Problemstellungen in Raiding zu reflektieren. Das Thema Teilen fand in einer Folgeveranstaltung in Hinterstoder seine Vorsetzung.