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7 Feb 2019

Study-Visits der Zukunftsorte Österreich im Landkreis Miesbach, Bayern

Miesbacher Oberland, 6.-7. April 2017

EINE ÖKO-MODELLREGION PRÄSENTIERT SICH

Das Miesbacher Oberland beschreitet neue Wege in der nachhaltigen Landwirtschaft.

Landwirtschaft ist mehr als die Erzeugung von Lebensmittel – das zeigte sich am 6. und 7. April 2017 in der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland. Lokale Landwirtschaft prägt und stärkt auch die Identität einer Region und schafft Verbindungen zwischen Konsumenten, dem Produkt und dem Hersteller. Die da&dort Veranstaltung „INVEST IN BIO+REGIO – Neue Investitionswege in biologische und regionale Lebensmittel“ lies seine Teilnehmerinnen und Teilnehmer regionale und biologische Landwirtschaft miterleben, diskutieren – und selbstverständlich auch kosten.

Der Landkreis Miesbach weißt mit rund 30% die höchste Bio-Bauerndichte Deutschlands auf und ist seit Mai 2015 staatlich anerkannte Öko-Modellregion. Der bayrische Partner des da&dort-Netzwerks weiß bescheid, wie man mutige landwirtschaftliche Projekte ermöglicht.

Partnersuche on- und offline

Dazu braucht es die richtigen Partner in Finanzierungsfragen. Hier schreitet das Miesbacher Oberland mit modernen Konzepten voran. Mit Crowdfunding und in Genossenschaften unterstützen Kundinnen und Kunden direkt wertvolle Projekte und Produkte. In Gmund fanden qualitätsbewusste Kunden und Bauern direkt zueinander: Die Landwirte Josef und Maria Berghammer finanzierten den neuen Offenstall durch Genussgutscheine und somit durch zukünftige Kunden. Die rund 125 Investitionsanteile für 400 € pro Paket waren in drei Tagen vergriffen. Es muss nicht immer ein Kredit sein.

Wer Regionales sucht, wird im Landkreis oft auch online fündig. Mit der Plattform WIRT SUCHT BAUER von Robin Ehrhardt  vom Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) finden Gastronomen regionale Erzeuger und Landwirte finden passende Abnehmer. Anschließend präsentierten Leonhard Brader und Kilian Häusler ihr Konzept zu AMAREGIO, einer Onlinedirektschnittstelle für regionale Erzeuger und Konsumenten. Die Plattform sieht sich als Partner von Direktvermarktern und Verbrauchern aus der Region und soll bis Ende 2017 als Pilotprojekt in Bayrischzell gestartet werden.

Draußen im Feld

INVEST IN BIO+REGIO zahlt sich aus und bringt regionalen Mehrwert, vorausgesetzt ein fairer Preis wird bezahlt – so lautet das Fazit aus einer diversen Diskussionsrunde am Abend. Der nächste Tag lieferte mit Ausflügen zu Produzentinnen und Produzenten den praktischen Beweis. Die Genossenschaft NATURKÄSEREI TEGERNSEERLAND EG garantiert durch die eigene Verarbeitung und Vermarktung einen fairen Milchpreis für LandwirtInnen wie Sophie Obermüller.

Eine Marke gelebter Bürgerbeteiligung ist der Leitzachtaler Ziegenhof: Er ist der erste Betrieb in Bayern, der seine Investition in eine Käserei für die eigene Ziegen- und Kuhmilch mit Bürgergeld finanziert hat. Auch die Fischerei Tegernsee und die Tegernseer Arkaden liefern ihren Beitrag zu einer Versorgung mit qualitätsvollen Lebensmitteln aus der Region.

Vor einem 140-köpfigem, transnationalen Publikum wurde in zwei Tagen gezeigt, wie eine traditionell geprägte Landwirtschaft durch neue Modelle gestützt und verbessert werden kann. Der Schlüssel dazu: Das Qualitätsbewusstsein der Bäuerinnen und Bauern, mündige Kunden und neue Instrumente, um beide zusammenzubringen.