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5 Okt 2017

Nenzing- Gemeinwohl-Ökonomie

Munderfinger Verbindungen - wie Ausheimische, Wirtschaft und lebenslanges Lernen zusammengehören.

Die Windpark-Gemeinde Munderfing ist Mitglied im Netzwerk des Vereins Zukunftsorte, der Plattform der innovativen Gemeinden Österreichs. Im Zuge eines transnationalen LEADER-Förderprojekts geht man in diesem Halbjahr gemeinsam mit der Partnergemeinde Waidhofen an der Ybbs der Frage nach, wie man v.a. „Ausheimische BürgerInnen“ langfristig an die jeweilige Kommune binden kann. Als "Ausheimische BürgerInnen“ - an den Begriff der Einheimischen angelehnt – sind einerseits jene Personen gemeint, die in Munderfing geboren wurden, hier lebten und arbeiteten oder auch hier zur Schule gegangen sind, aber mittlerweile ihren Lebensmittelpunkt verlegt haben. Oder Menschen, die durch Zuzug neu in die Gemeinde gekommen sind (sogenannte Neuheimische).

Am 15. und 16. September 2016 standen drei Aspekte im Rahmen einer Zukunftsorte-Denkwerkstatt, die von zahlreichen TeilnehmerInnen im modernen Firmengelände von wp im Gewerbepark Munderfing betrachtet und diskutiert wurden. Bindung, Bildung und Barriere. Prof. Martin Heintel (Universität Wien) analysierte eine Vielzahl an möglichen Bindungsfaktoren. Georg Moosbrugger, Bgm. a.D. der Vorarlberger Gemeinde Langenegg, schilderte erfolgreiche Geschichten rund um "Bürger-Bindungen“ und seine Motivation und Vorgehensweise in einer kleinen Landgemeinde. Hausherr und Vorstandsvorsitzender der KTM Industries AG, DI Stefan Pierer zeichnete auf beeindruckende Art und Weise den Erfolgsweg seiner expandierenden Unternehmen nach und betonte, wie wichtig auch für ein internationales Unternehmen funktionierende Bindung zur Standortgemeinde Munderfing (aber auch Mattighofen) sind. 

Am zweiten Tag standen neben eines Besuchs des Windparks im Kobernaußerwald weitere Inputs aus dem Bereich OÖ-Willkommenskultur (Dr. Jennifer Daferner, Regionalmanagement Innviertel-Hausruck) sowie erste Erkenntnisse aus einer gemeinsam mit Waidhofen an der Ybbs beauftragten Studie, die Frau Prof. Dr. Ursula Rami von der Johannes Kepler Universität Linz präsentierte, im Fokus der Tagung. Erwin Moser (Amtsleiter Gemeinde Munderfing) zeigte auf, was die Gemeindepolitik zukünftig beschäftigen wird (Breitband-Inititative, Projekt Bräu im Dorfzentrum sowie „weiche“ Standortfaktoren). Dr. Christian Kolarik, Bgm. Gemeinde Kronstorf, OÖ betrachtete die Herausforderungen im Rahmen von Bürgerbeteiligungsprojekten, wie dem Kronstorfer Zukunftsweg.

Christof Isopp (Die Verknüpfer) moderierte anschließend eine Gesprächsrunde mit den Menschen, um die es geht. Zu- und weggezogenen MunderfingerInnen, die ihre Motivation und v.a. Erfahrungen mit den TeilnehmerInnen dieser Lernveranstaltung teilten und anschließend in moderierten Gruppen, erste Lösungsansätze skizzierten, die es den Gemeinden ermöglichen könnten, die Herausforderung von Ab- und Zuwanderung, besser und für alle Beteiligten befriedigend bewältigen zu können. Das Munderfinger-Format findet am 24. und 25. November 2016 in Waidhofen an der Ybbs seine Fortsetzung. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden in weiterer Folge konkrete Projekte im regionalem Wirkungsbereich umgesetzt.

Über die Zukunftsorte: Der Verein Zukunftsorte ist die Plattform der innovativen Gemeinden Österreichs. Zukunftsorte sind Gemeinden mit Weitblick, die ihre Entwicklung selbst in die Hand nehmen, auf Innovation und mutige Projekte setzen. Aktuell sind elf österreichische Gemeinden Mitglied bei den Zukunftsorten, sie alle haben sich verschiedenen Zukunftsthemen verschrieben. Die Innovationen der Zukunftsorte in den Bereichen Bürgerbeteiligung, Bildung, Familienfreundlichkeit, Kommunikation und Tourismus, Nachhaltigkeit und Energieversorgung, Baukultur etc. sind unter www.zukunftsorte.at dargestellt.